Liebe Eltern und Sorgeberechtigten,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen verschiedener Professionen,

 

als Autismus-Beauftragte an Schulen der Stadt Remscheid stehe ich Ihnen/Euch für Informationen, Beratung und Unterstützung rund um das Thema „Autismus und Schule“ zur Verfügung, z.B. in den Bereichen:

 

  • erste Verdachtsdiagnostik/ Förderdiagnostik
  • Wahl des geeigneten Förderdorts
  • Unterricht und Förderung (z.B. Informationen über Nachteilsausgleich und Schulbegleitung)
  • Außerschulische Unterstützungen (Therapie- und Hilfesysteme etc.)
  • Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Hilfen bei Übergängen (von der KiTa zur Grundschule, zur weiterführenden Schule, zum Arbeitsplatz)

 

Stephanie Bruder
Lehrerin für Sonderpädagogik
Heinrich-Neumann-Schule
Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung und Schule für Kranke
Engelbertstr. 1
42859 Remscheid
Tel.: 02191-4696690
bruder@heinrich-neumann-schule.de

 

 

  

Informationen über Autismus
„Autismus ist eine Störung, bei der Menschen nur eingeschränkt in der Lage sind, eigenes und fremdes Verhalten und Erleben zu erkennen, zu verstehen, zu erklären, vorherzusagen und danach entsprechend zu handeln.“ (nach F. Poustka)


Autistische Beeinträchtigungen sind sehr komplex und für den betroffen Personenkreis selbst, wie für seine Bezugspersonen oft äußerst problematisch. Oft sind viele Bereiche der Entwicklung wie soziale Interaktion und Sozialverhalten, Kommunikation und Sprache, Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung mehr oder weniger betroffen. Manche Menschen mit Autismus sind „normal“ begabt, manche „minderbegabt“, manche „hochbegabt“. Manche Menschen mit Autismus zeigen stereotype Verhaltensweisen oder besondere Interesse. Manche Menschen mit Autismus zeigen neben den autistischen Merkmalen andere oder weitere Auffälligkeiten wie Wutausbrüche, Aggressionen, Rastlosigkeit, Selbstverletzungen oder auch Angst und Depressionen. Den typischen Mensch mit Autismus gibt es nicht. Merkmale und Ausprägungsgrade sind individuell.


Missverständnisse im Lebensumfeld sind deshalb vorprogrammiert und führen im Alltag von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Autismus immer wieder zu erheblichen Schwierigkeiten.

Schüler und Schülerinnen mit Autismus finden wir an allen Schulformen. Der erfolgreiche Besuch von Regel- und Förderschulen sowie ein gelingendes Freizeitleben sind bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus nicht selten gefährdet.

Gemeinsam können wir versuchen diesen Schwierigkeiten zu begegnen und eventuell die passende Unterstützungsmaßnahme zu finden.


Nachteilsausgleich
Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen und Beeinträchtigungen haben einen rechtlichen Anspruch auf einen individuellen Nachteilsausgleich. Die Schulen sind von Amts wegen verpflichtet, entsprechend einer medizinisch nachgewiesenen Behinderung bzw. Beeinträchtigung Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen. Der Nachteilsausgleich dient ausschließlich der Kompensation von Nachteilen und stellt keine Bevorzugung dar.

 

Schulbegleitung
Der Bedarf an individueller Schulbegleitung für Schulkinder mit Autismus wird durch die Symptomatik der Beeinträchtigung im Einzelfall begründet. Er ist unabhängig von der besuchten Schulform zu sehen. Er umfasst persönliche Hilfen, die über die sonderpädagogische Förderung und die notwendige didaktische Differenzierung des Unterrichts deutlich hinausgehen. Es handelt sich um Hilfen, ohne die der Besuch der allgemeinen Schule oder der Förderschule für das betreffende Kinder oder den Jugendlichen mit Autismus nicht möglich wäre. Zur Sicherstellung der Teilhabe am schulischen Leben (unterrichtliches und außerunterrichtliches Leben) sind Schulbegleiter einzusetzen. Dies geschieht dann, wenn die notwendigen individuellen Hilfen strukturell und inhaltlich anderweitig nicht geleistet werden können.

 

Weitere außerschulische Unterstützungsmöglichkeiten

  • Störungsbezogene Therapien
  • Unterstützung durch das Jugendamt
  • Evtl. Beantragung eines Schwerbehindertenausweises (Kontakt: Versorgungsamt Remscheid/Wuppertal)
  • Evtl. Beantragung von Betreuungs- und Pflegegeld
    (z.B. Einsatz eines Freizeitbegleiters, Kontakt: Krankenkasse)


    Download Flyer "Autismusberatung an Schulen"